Fragen & Antworten zum Forward-Darlehen
- Gibt es Alternativen zum Forward-Darlehen?
- Sollte man sich die derzeitigen Niedrigzinsen für später sichern?
- Welche Konditionen gelten für Forward-Darlehen?
- Ist es sinnvoll das bestehende Darlehen vorzeitig zu kündigen?
- Welche Kosten entstehen im Zusammenhang mit einem Forward-Darlehen?
- Was ist eine Forward-Periode?
- Wofür können Forward-Darlehen eingesetzt und was muss beachtet werden?
- Was ist das Besondere an Forward-Darlehen?
- Gibt es bei Forward-Darlehen ein Ausstiegsrecht?
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Gibt es bei Forward-Darlehen ein
Ausstiegsrecht?
Das Forward-Darlehen gibt Darlehensnehmer die Möglichkeit,
sich über
einen geringen Zinsaufschlag zu den marktüblichen Zinsen, ein
Darlehen
für die Zukunft zu erkaufen. Das geschieht immer in der
Absicht, sich
vor steigenden Zinsen zu schützen. Aber – in die
Zukunft kann keiner
sehen, es kann auch anders kommen, das gehört zu den Risiken
bei den
Forward-Darlehen, die Zinsen können auch noch weiter in den
Keller
gehen, aber der einmal geschlossene Vertrag ist verbindlich. Das
heißt,
letztlich hat sich der Darlehensnehmer zu hohe Zinsen gesichert und
zahlt dann über viele Jahre drauf.
Die Nichtabnahme eines Forward-Darlehens wird mit einer empfindlich
hohen Nichtabnahmeentschädigung bestraft. Ein Ausstiegsrecht
lässt sich
bei einigen Anbietern nur über einen weiteren Zinsaufschlag
erkaufen,
das ermöglicht dann einen Ausstieg in der Regel zum Ende eines
Quartals
und Vorfälligkeitsentschädigung wird nicht berechnet.
Die Konditionen
der Anbieter sind sehr unterschiedlich, sodass ein Vergleich immer
anzuraten ist. Im Allgemeinen haben Darlehensvermittler hier die besten
Möglichkeiten, die Anbieter mit den günstigsten
Konditionen zu finden,
sie verfügen über entsprechend große
Datenbanken.
Was ist das Besondere an Forward-Darlehen?
Die Besonderheit dieser zukunftsorientierten Darlehen liegt darin
begründet, dass sich Darlehensnehmer in Zeiten mit niedrigem
Zinsniveau
die Zinsen auch für die Zukunft sichern können, wenn
in den kommenden
Jahren mit einem Anstieg der Zinsen zu rechnen ist. Diese Art Darlehen
sind nur geringfügig teuer, als normale
Annuitätendarlehen, die sofort
ausgezahlt werden und können, wenn die Rechnung mit den
steigenden
Zinsen aufgeht, zu erheblichen Zinseinsparungen führen.
Das Forward-Darlehen kann völlig unabhängig von der
Kredit gebenden
Bank beantragt werden. Mit einer entsprechenden Vollmacht ausgestattet
übernimmt die neue Bank alle Formalitäten, die im
Zusammenhang mit dem
Wechsel des Geldgebers erledigt werden müssen. Auch das
Übertragen der
Grundschuld ist kein Problem und kostet meistens nicht einmal 0,5
Prozent der beantragten Darlehenssumme.
Wofür können Forward-Darlehen eingesetzt und was muss
beachtet werden?
Forward-Darlehen können zum Zweck der Baufinanzierung und
für die
Umschuldung eingesetzt werden, wenn das bestehende Darlehen
über das
Grundbuch abgesichert ist. Die Mindesthöhe dieser Darlehen
liegt im
Allgemeinen bei 50.000 Euro. Im Rahmen der normalen Bedingungen
für
Baufinanzierungen sind Tilgung und Tilgungsaussetzung
möglich.
Was ist eine Forward-Periode?
Das ist eine Sondervereinbarung, die es in dieser Form nur bei
Forward-Darlehen gibt: Sie bezeichnet den Zeitraum, der zwischen dem
Abschluss des Vertrages und der dann tatsächlichen
Inanspruchnahme der
Finanzierung liegt. Eine Forward-Periode kann nur wenige Monate und
maximal bis zu fünf Jahren betragen. Je länger die
Forward-Periode ist,
desto höher fällt der Zinsaufschlag aus, den die Bank
berechnet.
Welche Kosten entstehen im Zusammenhang mit einem Forward-Darlehen?
Mit dem Abschluss eines Forward-Darlehens sind natürlich
Kosten zu
erwarten. Dazu gehören die Kreditabschlusskosten, die zwischen
0,5 und
1,0 Prozent der Kreditsumme betrage, es können
Wertermittlungsgebühren
anfallen und es entstehen Kosten für die Umschreibung der
Grundschuld
beim Notar und beim Grundbuchamt.
Ist es sinnvoll das bestehende Darlehen vorzeitig zu kündigen?
Der günstige Zinssatz eines Forward-Darlehens kann dazu
verleiten, sich
diese Konditionen so schnell wie möglich sichern zu wollen.
Aber das
vorzeitige Aussteigen aus einem bestehenden Darlehen ist nicht so
einfach, bedeutet meistens Ärger mit dem bisherigen
Kreditgeber und
kostet eine saftige Vorfälligkeitsentschädigung. Es
ist immer besser
zumindest die zehnjährige Zinsbindungsfrist, die vom
Gesetzgeber
vorgeschrieben ist, einzuhalten. Mit einem Forward-Darlehen kann sich
der Darlehensnehmer die jeweils aktuellen Zinsen auf bis zu
fünf Jahre
im Voraus sichern. Das heißt, ein Forward-Darlehen sollte
frühestens
dann abgeschlossen werden, wenn es bis zum Auslaufen der Zinsbindung
nur noch fünf Jahre sind.
Aber – je länger die Vorlaufzeit, desto
höher ist der Aufschlag auf die
Zinsen, den der neue Kreditgeber verlangt. Deshalb wird empfohlen, die
Vorlaufzeit möglichst kürzer zu wählen.
Jeder Prozentpunkt
Zinsaufschlag verursacht wieder mehr Kosten und unter
Umständen tritt
die erwartete Zinssteigerung nicht ein, sodass kein Vorteil erzielt
wird und für das Forward-Darlehen ein höherer Zins zu
zahlen ist, als
dann am Markt für Baufinanzierungen üblich.
Welche Konditionen gelten für Forward-Darlehen?
Das Forward-Darlehen orientiert sich mit den Zinsen an den derzeit am
Markt Üblichen. Die Anbieter dieser Darlehen verlangen
für die
Festschreibung der Zinsen und die Vorlaufzeit einen Zinsaufschlag,
dessen Höhe von der Vorlaufzeit und der Zinsbindung bestimmt
wird. Je
kürzer die Vorlaufzeit und je kürzer die Zeit der
Zinsbindung, desto
niedriger ist der zu zahlende Zinsaufschlag.
Einen weiteren Zinsaufschlag kostet es, wenn ein Anbieter gefunden
wird, der dem Darlehensnehmer zusätzlich die
Möglichkeit einräumt, das
Darlehen vorzeitig zu kündigen, in dem Fall, wenn die Zinsen
entgegen
den Erwartungen des Darlehensnehmers noch weiter gesunken sind. Dann
bleibt der Darlehensnehmer weiterhin flexibel, muss dafür
allerdings
auch einen bestimmten Preis bezahlen.
Die einmal vereinbarten Konditionen müssen von beiden
Vertragspartnern
eingehalten werden. Diese Form der Darlehen gibt Darlehensnehmern die
Möglichkeit, günstigere Konditionen als bei der
Erstfinanzierung
auszuhandeln. Die dadurch gewonnen finanziellen Spielräume
lassen sich
nutzen, um das Darlehen schneller zu tilgen.
Der Bankwechsel an sich geht leichter vonstatten, als viele
Darlehensnehmer glauben und die Kosten für den Notar und die
Übertragung der Grundschuld sind überschaubar, weil
sie in der Regel
nicht mehr als 0,3 Prozent der Darlehenssumme ausmachen.
Sollte man sich die derzeitigen Niedrigzinsen für
später sichern?
Das derzeit niedrige Zinsniveau verleitet geradewegs dazu, sich schon
jetzt um eine Anschlussfinanzierung zu kümmern. Besonders
Darlehensnehmer, deren Baufinanzierung in den nächsten zwei
Jahren
ausläuft, ist anzuraten, sich die Nierigzinsen über
ein
Forward-Darlehen zu sichern. Die geringe Vorlaufzeit kostet nur einen
kleinen Zinsaufschlag, und dass die Zinsen in der nächsten
Zeit wieder
ansteigen werden, wird allgemein erwartet.
Darlehensnehmer, deren Finanzierung erst in fünf Jahren
ausläuft,
sollten eventuell noch etwas abwarten, bis der Zinsaufschlag durch
geringere Vorlaufzeit günstiger wird. Auf jeden Fall sollten
sie den
Markt genau beobachten, und bevor sich eine allgemeine
Zinserhöhung
abzeichnet, ein Forward-Darlehen beantragen.
Gibt es Alternativen zum Forward-Darlehen?
Die Alternative ist das ganz normale Prolongationsangebot, dass der
Darlehensnehmer gegen Ende der Zinsbindungsfrist von seiner Bank
erhält. In einigen Fällen macht es Sinn, das Angebot
eines anderen
Anbieters bei der erst finanzierenden Bank vorzulegen, um neuen
Verhandlungsspielraum über die Konditionen zu bekommen. Wer
sich aber
niedrige Zinsen für die Zukunft sichern will, hat zum
Forward-Darlehen
keine Alternative, es sei denn, die Bank ist mit einer
Kündigung des
bestehenden Darlehens einverstanden und kassiert die
Vorfälligkeitsentschädigung. Wenn sich diese Art
rechnet, kann auch
eine günstigere klassische Baufinanzierung eines anderen
Anbieters
genutzt werden.
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Möglichkeiten für eine
Umschuldung
Ob der Abschluss eines Forward-Darlehen sinnvoll ist, hängt
ganz davon ab, aus welcher Situation heraus der Abschluss erfolgen
soll. Lesen Sie hier mehr zu den Situationen und
Möglicheiten:
Was ist ein Forward-Darlehen?
Was genau ist überhaupt ein Forward-Darlehen? Lesen Sie hier
wie Sie sich mit dem Produkt die Zinsen für die Zukunft
sichern können und was es bei der Beantragung sonst noch zu
beachten gibt:
